Brandschutz – Anzahl und Typ von Feuerlöschern in Arzt- und Zahnarztpraxen

Ein wirksamer Brandschutz ist in jeder Arzt- oder Zahnarztpraxis unverzichtbar. Dazu gehört die Bereitstellung der richtigen Anzahl und Art von Feuerlöschern, um die Sicherheit von Personal, Patienten und Sachwerten zu gewährleisten.

Auch wenn bisher kein Brandereignis vorgekommen ist, kann ein Brand durch verschiedene Ursachen entstehen. Elektrizität ist mit 32 % die häufigste Brandursache, gefolgt von menschlichem Fehlverhalten und anderen Faktoren. Gerade in Praxen mit sensibler technischer Ausstattung und teilweise brennbaren Materialien sind vorbeugende Maßnahmen essenziell.

Grundlagen des Brandschutzes

Nach ASR A2.2 Punkt 5.2 ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, Feuerlöscheinrichtungen bereitzustellen. Die Anforderungen richten sich nach:

  • Der Grundfläche der Praxis.
  • Den vorhandenen Brandlasten.
  • Der Brandgefährdung (normal oder erhöht).

Es kann jedoch auch eine baubehördliche Verpflichtung vorliegen. Im Zuge eines Brandschutzkonzeptes für das Gebäude und die jeweilige Nutzfläche (z. B. Praxis) können spezifische Vorgaben gemacht werden.

Tipp: Rauchwarnmelder können helfen, Brände frühzeitig zu erkennen und größere Schäden zu vermeiden.

Praxisbeispiel: Arzt- oder Zahnarztpraxis mit 190 m²

Ausgangssituation:

  • Grundfläche: 190 m²
  • Räume: Behandlungsräume, Empfang, Warten, Personalraum, Lagerraum, Flure, Nebenräume
  • Brandgefährdung: Normal (keine großen Mengen brennbarer Flüssigkeiten oder Gase)

Erforderliche Löschmitteleinheiten (LE):

12 LE, gemäß ASR A2.2 für eine Grundfläche von bis zu 200 m².

Empfohlene Feuerlöscher:

  • Pulverlöscher (6 LE):
    Herstelleralternativen: Gloria, Jockel, Minimax, Primo.
    Anzahl: 2 Stück
    Positionierung: Einer zentral im Hauptflur, einer nahe dem Empfangsbereich.
  • CO₂-Löscher (2 kg):
    Herstelleralternativen: Gloria, Jockel, Kidde, Neuruppin.
    Anzahl: 1 Stück
    Positionierung: Direkt neben dem Serverschrank für rückstandsfreie Löschung von IT-Bränden.

Platzierung und Montage der Feuerlöscher

  • Feuerlöscher sollten gut sichtbar und leicht erreichbar angebracht werden.
  • Im Hauptflur und nahe Fluchtwegen.
  • Griffhöhe: 0,80 bis 1,20 m.
  • Die maximale Entfernung zum nächsten Feuerlöscher darf 20 m nicht überschreiten.

Wartung und Service

Feuerlöscher sind keine einmalige Anschaffung. Es gibt spezialisierte Dienstleister und Unternehmen, die:

  • Beratung zur Auswahl der richtigen Feuerlöscher anbieten.
  • Die Geräte verkaufen, montieren und regelmäßig warten (mindestens alle zwei Jahre).
  • Regelmäßige Prüfungen und Dokumentationen gemäß den gesetzlichen Vorgaben durchführen.

Hinweis: Die Positionen der Feuerlöscher sollten auf dem Flucht- und Rettungswegeplan eingetragen werden, damit im Notfall alle Personen über ihre Standorte informiert sind.

Bestimmung der Brandklassen

In Arzt- und Zahnarztpraxen sind folgende Brandklassen besonders relevant:

  • Brandklasse A: Feste Stoffe wie Papier, Holz, Textilien, Kunststoffe.
  • Brandklasse B: Flüssige Stoffe wie Alkohole und Lösungsmittel.
  • Brandklasse C: Gase, falls medizinische Gase wie Sauerstoff oder Lachgas verwendet werden.

Tipp: Regelmäßige Wartung der elektrischen Geräte und der IT-Infrastruktur verringert das Brandrisiko erheblich.

Empfohlene Feuerlöscher-Ausstattung:

Produkt Anzahl Eignung Positionierung
Pulverlöscher 2 Stück Brandklassen A, B, C Hauptflur, Empfang
CO₂-Löscher 1 Stück Rückstandsfreie IT-Löschung Direkt am Serverschrank

Externe Links und Quellen

Ergänzung: Hinweis auf Fachberatung

Für eine präzise Bestimmung der notwendigen Feuerlöscher sowie eine fundierte Beurteilung der Brandlasten und Brandklassen in Ihrer Arzt- oder Zahnarztpraxis empfehlen wir ausdrücklich, einen Brandschutzexperten zu konsultieren. Diese Fachperson kann sicherstellen, dass die Ausstattung genau auf die spezifischen Gegebenheiten Ihrer Praxis abgestimmt ist und alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden.

Keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben.